Neue und innovative Therapiemethode für Schlaganfallpatienten in Mühlhausen

Die Ergotherapiepraxis Dolores Weber in Mühlhausen ist seit vielen Jahren spezialisiert auf die Behandlung neurologischer Erkrankungen. Das heißt, dass z.B. Schlaganfallpatienten und Patienten mit anderen neurologischen und motorischen Störungen intensiv behandelt und somit in vielen Fällen gute Fortschritte erzielt werden können.
Neben Fort- und Weiterbildungen setzt die Praxis vermehrt auf Neuentwicklungen aus dem Medizinprodukte Umfeld. So ist seit kurzem der ArmeoSenso des Herstellers Hocoma im Einsatz. Das Schweizer Unternehmen ist weltweiter Marktführer in Entwicklung, Fertigung und Vertrieb von roboter- und sensorgestützten Geräten für die intensive neurologische Rehabilitation. Im September 2018 hat die Firma Hocoma den ArmeoSenso Arm- und Handtrainer für den ambulanten Therapieeinsatz auf den Markt gebracht. Mit dem ArmeoSenso werden mittlere bis milde Beeinträchtigungen der oberen Extremität trainiert und therapiert.

ArmeoSenso
Quelle: Hocoma AG, Industriestrasse 4, 8604 Volketswil, Schweiz: fly_ArmeoSenso DE_20180504_WEB.pdf

Erstes Gerät dieser Art in Thüringen
Erstes Gerät dieser Art in Thüringen Die ersten Geräte weltweit wurden im Oktober 2018 ausgeliefert und bereits im November wurde das erste Gerät in Thüringen in der Ergotherapiepraxis Dolores Weber zur Erprobung aufgestellt. Die Mitarbeiterinnen konnten nach intensiver Einarbeitung, mit bestehenden Patienten das Training starten. Nachdem Patienten und Therapeuten das Gerät intensiv erprobt haben und von der Wirksamkeit mit den abwechslungsreichen und intensiven Therapieübungen überzeugt waren, wurde das Gerät nun definitiv in den Betrieb übernommen.

Intensive Therapie z.B. für Schlaganfall-Betroffene
Das Gerät wird hauptsächlich in der Rehabilitation von Schlaganfall- und Schädel-Hirntrauma-Patienten eingesetzt. Durch das intensive üben des betroffenen Arms und der Hand soll die Fähigkeit unseres Gehirns zur Neuroplastizität ausgenutzt werden. Unter Neuroplastizität versteht man die Fähigkeit des Gehirns sich an veränderte Voraussetzungen und Anforderungen anzupassen. Im Falle eines Schlaganfalls bedeutet dies, dass nicht betroffene Areale durch intensives üben aktiviert werden. Auch wenn ein Schlaganfall bereits mehrere Jahre zurückliegt, sind dank der Neuroplastizität kognitive und motorische Verbesserungen möglich.
Viele chronisch erkrankte Patienten sind therapiemüde. Jedoch mit dem ArmeoSenso wird auf spielerische Art therapiert, so werden die Patienten herausgefordert und auf abwechslungsreiche Weise zu mehr Eigeninitiative bewegt.

Schwerelose Bewegung
Mittels Sensoren werden die Armbewegungen an einen Computer übermittelt, der die Bewegungen in Spiele umsetzt. Wenn der Patient schwerer betroffen ist und alltägliche Arbeiten noch schwer fallen, kommt ein weiterer Vorteil des Gerätes zum Tragen. Dann wird mit einer Armgewichtsentlastung gearbeitet. Sie bewirkt, dass sich der Arm des Betroffenen schwerlos bewegen lässt und sich somit annähernd die „alte“ natürliche Bewegung durchführen lässt. Für den Betroffenen fühlt sich das wie normales bewegen an und sein Gehirn speichert die Bewegung so fließend und natürlich ab.

Mit Sensoren, Entlastungssystem und dem spielerischen Aufbau in der Therapie wirken gleich zwei Effekte positiv auf das Bewegungsausmaß des betroffenen Arms. Der erste Effekt: über evaluierte Messungen werden die Fortschritte präzise gemessen und das größere Bewegungsausmaß kann belegt werden. Der zweite Effekt: im Spiel merkt der Trainierende gar nicht wie viele Wiederholungen er absolviert. Somit werden neue Reize und Herausforderungen gesetzt. Der Patient trainiert unbewusst am Limit und ein bisschen darüber hinaus, somit können bessere Resultate aus den Therapiesitzungen herausgeholt werden. Mit über 300 Studien kann belegt werden, dass durch intensive mit robotischer, respektive Computer gestützter Therapie, bessere Ergebnisse erzielt werden können.
Viele Patienten wissen oft nicht, dass Ihnen nach einem Schlaganfall eine ambulante Therapie auch nach dem stationären Aufenthalt in der Rehaklinik oder dem Krankenhaus zusteht. Auch Jahre nach dem Vorfall können mit intensiver Arbeit gute Fortschritte erzielt werden.
Patienten mit besonders schweren Erkrankungen wie zum Beispiel Multiple Sklerose, bestimmte Formen von Parkinson oder Schlaganfall benötigen oft mehr Therapie und haben daher einen „besonderen Verordnungsbedarf“. Diese Verordnungen belasten das Therapie-Budget der Ärzte somit nicht.

  • Weitere Informationen oder einen Termin vor Ort erhalten Sie gerne in unserer Praxis.
    Tel.  03601 447122
    info@ergo-mhl.de


  • Informationen zu Hocoma und den Geräten finden Sie unter:
    www.hocoma.com/de/losungen/

  • im Flyer: fly_ArmeoSenso DE_20180504_WEB.pdf

  • Informationen zu den Studien über die Wirksamkeit der ergänzenden robotischen Therapie finden Sie unter:
    https://knowledge.hocoma.com.